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Maria Öcal

Unsichtbare Einflüsse – Teil 08/12

Warum können wir bei manchen Menschen nicht wir selbst sein?

Warum verändern sich Stimme, Körper und Verhalten bei bestimmten Menschen? Soziale Sicherheit, Selbstverstummen, Emotionsunterdrückung, Grenzen und spirituelle Ideen von „Energie-Passung“ erkunden.

Ein Erwachsener, der in einer sozialen Situation höflich wirkt und zugleich die echte Reaktion sichtbar zurückhält

Herzliche Grüße – von Seele zu Seele und von Herz zu Herz…

Bei manchen Menschen fließen Freude, Ideen und Worte ganz natürlich. Bei anderen schlucken wir, was wir sagen wollen, machen uns kleiner und zeigen die Version von uns, die am ehesten gefällt.

Das ist nicht immer Unehrlichkeit. Manchmal prüft der Körper die Sicherheit in der Beziehung. Wenn wir Kritik, Herabsetzung, Ablehnung oder Konflikt spüren, können wir uns weniger sichtbar machen, um uns zu schützen.

„Du selbst zu sein heißt nicht, alles zu sagen; es heißt, dir in dem, was du sagst und was du ungesagt lässt, nicht fremd zu werden.“

Bei manchen Menschen wägen wir unsere Worte. Wir sagen nicht, was wir sonst sagen würden. Das Lächeln verändert sich, die Stimme wird kleiner, der Körper spannt sich an. Zu Hause denken wir: „Warum war ich dort so?“

Oft erklären wir das mit „unsere Energie hat nicht gepasst.“ Manchmal trifft dieser Satz gut. Die Psychologie liefert aber auch konkretere Prozesse: soziale Sicherheit, Angst vor Bewertung, Emotionsunterdrückung und Selbstverstummen.

Kurzantwort: Wir selbst zu sein hängt eng damit zusammen, sich sicher zu fühlen

Menschliches Verhalten verändert sich mit dem Kontext. Niemand erwartet, dass wir in jeder Situation gleich offen, schlagfertig oder verletzlich sind. Soziale Anpassung ist normal.

Das Problem beginnt, wenn wir bei bestimmten Menschen ständig Gedanken unterdrücken, Grenzen nicht nennen können, kein „Nein“ sagen oder uns verändern, um akzeptiert zu werden.

1. Das soziale Gehirn fragt weiter: „Bin ich hier sicher?“

Ein Erwachsener, der in einer ungleichen, aber nicht aggressiven sozialen Interaktion kleiner und vorsichtiger wirkt

Sicherheit meint hier nicht nur körperliche Gefahr. Die Erwartung von Bewertung, Ablehnung, Herabsetzung oder Konflikt kann ebenfalls verändern, wie wir handeln.

Menschen mit sozialer Angst achten oft stärker auf mögliche negative Bewertung. Manche experimentelle Arbeit legt nahe, dass soziale Angst damit zusammenhängen kann, wie wir Gesichter nachahmen und auf soziale Signale reagieren. [1]

Wenn die andere Person dominant, unvorhersehbar oder kritisch ist, kann der Körper in eine kleinere, kontrolliertere oder stillere Haltung gehen.

2. Was ist Selbstverstummen?

Ein Erwachsener, der sich im Moment des Sprechenwollens zurückhält

Die Literatur zum Selbstverstummen betrachtet Muster, in denen jemand eigene Gefühle und Gedanken unterdrückt, um Konflikt zu vermeiden, die Bindung zu schützen oder die Bedürfnisse des anderen voranzustellen.

Forschung hat Zusammenhänge zwischen Selbstverstummen und manchen psychischen Schwierigkeiten berichtet. Das ist keine einfache Kausalität wie „wer schweigt, wird krank“; aber sich wiederholt zuletzt zu stellen, kann ein wichtiges Signal für die seelische Gesundheit sein. [2]

3. Warum kann Emotionsunterdrückung erschöpfend sein?

Emotion zu regulieren ist nicht dasselbe wie sie ständig zu unterdrücken. Expressive Suppression heißt, den äußeren Ausdruck dessen, was man fühlt, zu verringern.

Eine Metaanalyse zu sozialen Folgen von Suppression berichtete, dass mehr Unterdrückung mit geringerer sozialer Unterstützung, schlechteren ersten Eindrücken und niedrigerem sozialem Wohlbefinden zusammenhängen kann. [3]

Gesicht, Stimme und Reaktionen bei jemandem ständig zu kontrollieren, kann also nach der Interaktion starke mentale Müdigkeit erzeugen.

4. Woher kommt der Glaube „Sie akzeptieren mich nicht, wie ich bin“?

Manchmal beruht dieser Glaube auf dem realen Verhalten der anderen Person: Grenzen wurden früher verspottet, bestraft oder herabgesetzt. Manchmal tragen wir Erwartungen aus früheren Beziehungen auf neue Menschen.

Die Unterscheidung zählt. Wirklich respektloses Verhalten mit „das ist mein Trauma“ zu normalisieren, ist unvollständig; ebenso, das eigene Angstmuster mit „die sind negativ“ zu übergehen.

5. Der Unterschied zwischen Anpassen und sich selbst verlieren

In jeder sozialen Situation machen wir kleine Anpassungen. Bei der Arbeit nicht wie mit Freunden zu sein, ist keine Heuchelei. Reifes soziales Verhalten liest den Kontext.

Muster, die dem Sich-selbst-Verlieren nahekommen, können so aussehen:

• Häufig „Ja“ zu Dingen sagen, die man nicht will.

• Vor der eigenen Meinung berechnen, was die andere Person will.

• Intensives Schuldgefühl, wenn man eine Grenze setzt.

• Eine Interaktion verlassen und wütend auf sich sein: „Warum habe ich nichts gesagt?“

• Glauben, man sei dafür verantwortlich, die Stimmung der anderen Person zu regulieren.

6. Gesunder Ausdruck heißt nicht, jeden Gedanken zu sagen

Ein Erwachsener, der ruhig und respektvoll eine andere Meinung äußert

Du selbst zu sein heißt nicht, alles Ungefilterte zu sagen, was durch den Kopf geht. Gesunder Ausdruck heißt, Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen nennen zu können — und dabei die Menschlichkeit der anderen Person zu achten.

Assertivitätstraining wurde in verschiedenen Gesundheits- und Bildungskontexten untersucht; ein systematischer Review fand Hinweise, dass solches Training manche Kommunikations- und Mental-Health-Ergebnisse unterstützen kann — die Methoden variierten. [4]

7. Eine spirituelle Sicht: Was kann „Energie-Passung“ uns sagen?

In spiritueller Sprache kann bei manchen Menschen unser „Feld sich schließen“, unsere „Energie schrumpfen“ oder es „keine Passung“ geben. Das kann ein metaphorischer, spiritueller Rahmen für das Erleben sein.

Jemanden wegen unserer Anspannung als „niedrige Frequenz“ oder schlecht zu erklären, ist kein tragfähiger Schluss. Soziale Angst, Machtbalance, frühere Erfahrung und echte Grenzverletzungen können dasselbe Gefühl erzeugen.

8. Die Sicht der Angels Akademie: „Ich schrumpfe bei ihnen“ als Daten nutzen

Wenn Sie merken, dass Sie bei jemandem nicht Sie selbst sein können, beginnen Sie mit Beobachtung statt mit Schuld.

• Was wollte ich sagen, ließ aber ungesagt?

• Was befürchtete ich, würde geschehen, wenn ich es sage?

• Beruht diese Angst auf dem tatsächlichen Verhalten dieser Person, oder kommt sie aus der Vergangenheit?

• Was veränderte sich in meinem Körper?

• Wie reagiert die andere Person, wenn ich in dieser Beziehung „Nein“ sage?

• Welche Rolle nehme ich bei dieser Person ein: Retter, Schüler, Kind, Zustimmungssuchender oder Vermittler?

Diese Fragen können „unsere Energie hat nicht gepasst“ in tiefere Selbstwahrnehmung verwandeln.

9. Ein kleines Experiment: Ein Satz mehr wie Sie selbst

In einer sicheren Beziehung nennen Sie eine kleine Grenze oder eine andere Sicht. Zum Beispiel: „Ich möchte heute nicht mitmachen“ oder „Ich sehe das etwas anders.“

Dann beobachten Sie die Reaktion. Gesunde Beziehungen lassen Raum für Unterschied. Wenn jeder Unterschied Strafe, Spott oder Manipulation bringt, liegt das Problem vielleicht nicht nur an Ihrer Angst.

Vier Zeichen, die erscheinen, wenn Sie nicht Sie selbst sein können

• Der Körper wird kleiner: Die Schultern schließen sich, Blickkontakt nimmt ab, die Stimme wird höher oder der Atem flacher.

• Der Geist probiert vor: Sie bearbeiten jeden Satz danach, wie die andere Person reagieren könnte.

• Ihre Bedürfnisse verschwinden: „Was will ich?“ wird durch „Was werden sie denken?“ ersetzt.

• Müdigkeit folgt der Interaktion: Es fühlt sich an, als hätten Sie lange gespielt, nicht nur gesprochen.

Diese Zeichen beweisen nicht, dass die andere Person schlecht ist. Sie sind jedoch starke Daten, um die Wirkung der Beziehung auf Sie genauer anzuschauen.

Kleine Sätze, die Ihnen helfen, zu sich zurückzukehren

Ein Erwachsener, der nach einer sozialen Interaktion das eigene Verhalten reflektiert und festhält

Sie müssen nicht alles auf einmal ändern. Kurze Sätze wie „Ich sehe das anders“, „Ich möchte gerade nicht antworten“, „Ich brauche etwas Zeit, darüber nachzudenken“ oder „Der Witz hat sich für mich nicht gut angefühlt“ helfen, in der Beziehung zu bleiben, ohne sich selbst aufzugeben.

Wenn die andere Person selbst diese kleinen, respektvollen Äußerungen konsequent bestraft, liegt das Problem vielleicht nicht am unvollkommenen Satz, sondern daran, wie viel Raum die Beziehung für Unterschied lässt.

10. Häufige Fehler

Fehler 1: Ich sollte mich bei allen genau gleich verhalten.

Nein. Verhalten mit dem Kontext zu ändern ist normal. Wichtig ist, Kernwerte und Grenzen nicht ständig zu verlieren.

Fehler 2: Wenn ich mich bei ihnen unwohl fühle, müssen sie schlechte Energie haben.

Nein. Das Gefühl ist prüfenswert, aber allein kein endgültiges Urteil über die andere Person.

Fehler 3: Ich selbst sein heißt konfrontativ sein.

Nein. Gesunde Assertivität ist keine Aggression; sie ist klare, respektvolle Kommunikation.

Fehler 4: Wenn ich schweige, liegt das Problem ganz bei mir.

Nein. Manche Beziehungen sind wirklich strafend, herabsetzend oder unsicher. Der Sicherheitskontext muss mitgedacht werden.

Schluss: Wir selbst zu sein ist ebenso eine Beziehungsbedingung wie ein „Energiezustand“

Bei manchen Menschen öffnen wir uns, bei anderen schließen wir uns. Diese Verschiebung sagt etwas über unsere Geschichte und über die Qualität der Beziehung.

Das Ziel ist nicht, bei allen identisch zu sein, sondern zu bemerken, in welcher Beziehung wir schrumpfen, welche Grenze wir nicht aussprechen konnten und welche Angst dazwischentrat.

Vielleicht sollten wir vor „Saugt dieser Mensch meine Energie?“ fragen: „Welchen Teil von mir verberge ich bei dieser Person — und warum?“

Wenn Sie diese Reise vertiefen möchten

Vorheriger Teil: Ist jede Müdigkeit ein Zeichen von niedriger Energie?

Teil 07: Ist jede Müdigkeit ein Zeichen von niedriger Energie?

Nächster Teil: Kann sich ein Gedanke wirklich auf den Körper auswirken?

Teil 09: Kann sich ein Gedanke wirklich auf den Körper auswirken?

Um Maria Öcal zu diesem Thema in ihren eigenen Worten zu hören, besuchen Sie den YouTube-Kanal der Angels Akademie; für kurze Übungen und neue Beiträge folgen Sie der Angels Akademie auf Instagram.

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Wenn Sie Ihre innere Welt tiefer mit Notizen, Fragen und Absichten erkunden möchten, entdecken Sie Das Licht ist nie erloschen von Maria und Ayhan Öcal.

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Häufig gestellte Fragen

Warum kann ich bei manchen Menschen nicht sprechen?

Angst vor negativer Bewertung, Machtbalance, frühere Erfahrung, soziale Angst oder wirklich dominantes Verhalten der anderen Person können alle eine Rolle spielen.

Was bedeutet Selbstverstummen?

Ein Muster, in dem man eigene Gedanken, Bedürfnisse und Gefühle wiederholt zuletzt stellt, um die Beziehung zu schützen oder Konflikt zu vermeiden.

Ist es schädlich, Emotionen zu unterdrücken?

Manchmal ist Ausdruckskontrolle funktional. Ständige, starre Unterdrückung kann aber mit manchen sozialen und psychischen Folgen zusammenhängen. [3]

Kann ich lernen, persönliche Grenzen zu setzen?

Ja. Assertive Kommunikation und Grenzkompetenzen lassen sich lernen und mit Übung stärken. [4]

Über die Autorin

Maria Öcal ist Gründerin der Angels Akademie, Pädagogin und gemeinsam mit Ayhan Öcal Mitautorin von Das Licht ist nie erloschen.

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Quellen und redaktionelle Hinweise